Trainings & Coaching ONLINE – geht das überhaupt?

Seit nunmehr 16 Monaten sind wir alle gezwungen, unser Denken & Handeln den neuen Gegebenheiten anzupassen. Natürlich hat sich damit auch mein Business extrem verändert. Von einem Tag auf den anderen wurden die meisten Präsenztermine abgesagt und keiner wusste wie’s weitergeht. Das hat nicht nur die Kunden verunsichert.

Zum Glück gab es darunter einen pragmatischen Optimisten, der das mit mir geplante Seminar trotzdem durchführen wollte – allerdings via Microsoft Teams. OMG!!!

Ich hatte mich im Vorfeld viel zu wenig mit dem Gedanken beschäftigt, wie ich meine Dienstleistung ONLINE anbieten könnte. Meiner Überzeugung nach, konnten Verhalten- und Kommunikationstraining, Coachings & Workshops niemals ONLINE stattfinden. Ich hatte viele gute Gründe, die definitiv dagegensprachen: Wie soll denn der Austausch unter den Teilnehmern funktionieren? Für diese Art des Miteinander braucht es unbedingt den persönlichen Kontakt in einer vertraulichen Atmosphäre. Außerdem kann ja gar keine Dynamik in der Gruppe entstehen! Wie soll das ohne Flipchart und Metaplanwand gehen? PowerPoint ist einfach keine Alternative. Und überhaupt! 🙂

Mein Fazit: Ich habe also den Anschubser gebraucht, um die Situation auch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und die Chancen zu sehen.

Die Vorbereitung dieses Seminars hat mich natürlich nicht nur viel mehr Zeit, sondern auch Nerven gekostet. Wenn ich heute an meine ersten technischen Versuche mit MS Teams denke, muss ich lachen. Ich hatte wirklich keine Ahnung wie ich anfangen sollte. Also habe ich mich erst einmal mithilfe von YouTube-Anleitungen durchgeklickt. Außerdem stand mir auch ein technisch versierter Mitarbeiter des Kunden zur Seite und wie immer hat mich mal wieder mein großes Netzwerk bei den ersten Schritten unterstützt. Dank meiner Kunden konnte ich mich inzwischen auch mit ZOOM, Skype for Business, Go to meeting, … ausprobieren und das Für & Wider der unterschiedlichen Anwendungen testen. Mein technisches Equipment musste ich kaum aufstocken. Ein Laptop-Ständer und ein gutes Headset sind ausreichend. Das langsame wacklige Internet habe ich – natürlich auch mit Hilfe eines Freundes – mittels WLAN-Repeater, LAN-Kabel und neuem DSL-Vertrag in den Griff bekommen.

Mein Fazit: Übung macht den Meister!

Inzwischen würde ich mich zwar nicht als ONLINE-Profi bezeichnen, fühle mich aber vor der Kamera viel sicherer. Ich halte möglichst viel Blickkontakt mit der Kamera, sodass sich meine Teilnehmer auch angeschaut fühlen. Am schönsten ist es natürlich, wenn auch ich den Menschen ebenfalls sehen kann.

Statt Flipchart & Metaplanwand, gestalte ich ansprechende PowerPoint -Folien mit wenig Text und vielen Bilder und Symbolen. Das macht im Nachhinein auch die Dokumentation leichter, da ich die Folien einfach und schnell an die Teilnehmer versenden kann.

Selbstverständlich spreche ich die Teilnehmer – genau wie in Präsenzveranstaltungen – oft mit Namen an und stelle einen persönlichen Bezug über kurze Gespräche, z.B. über deren Arbeitsort, Hobbys o.ä. her.

Mein Fazit: Meine lebendige humorvolle Art, gespickt mit kleinen lustigen Ritualen des Miteinanders, kommen tatsächlich auch durch die DSL-Leitung bei den Teilnehmern an.

Insgesamt habe ich in dieser Zeit echt viel gelernt und rasante Entwicklungsschritte gemacht und dafür bin ich dankbar!

Es geht – wie so oft im Leben – nicht um ein „entweder – oder“ sondern vielmehr um ein „sowohl als auch“ Bewusstsein.

  • Ich liebe es deutschlandweit auf Reisen zu sein. Und ich arbeite auch gern von zu Hause aus.
  • Ich schaffe es technisch fit zu sein. Und ich mag es, an Flipchart und Metaplanwand aktiv zu sein.
  • Ich kann Menschen ONLINE erreichen. Und ich erlebe Sie in Präsenz auch mit allen Sinnen in echt, 3D und in Farbe.

Was sind deine Erfahrungen?